Erfolgreicher Start unseres gemeinsam mit der KPD organisierten marxistisch-leninistischen Fernstudiums

Am 12. und 13. März trafen sich in Hannover 36 Teilnehmer/innen zum ersten Seminar des neuen Durchgangs unseres marxistisch-leninistischen Fernstudiums. Weitere 16 Teilnehmer/innen hatten sich entschuldigt, weil sie terminlich verhindert waren, wollen aber weiterhin teilnehmen. Beispielsweise kam von einer Gruppe nur ein Genosse, er hat aber die Materialien für fünf weitere mitgenommen. So werden sie zu Hause bis zum nächsten Seminar gemeinsam lernen. Wir hatten also insgesamt 52 Anmeldungen. Dazu sind noch vier weitere gekommen, weil anwesende Genossen/innen ihre Freunde bzw. Geschwister angerufen haben und ihnen vom Fernstudium berichtet haben, so dass diese nun auch noch teilnehmen wollen. Insgesamt also: 56 Anmeldungen.

Die Zusammensetzung ist kunterbunt, der Jüngste ist 18, der Älteste 63 Jahre alt, etwa ein Drittel sind Frauen. Politisch ist selbstverständlich die KPD stark vertreten (ca. ein Viertel), dann antiimperialistische Gruppen, Lesezirkel, KI, FDJ, SDAJ, zudem durch die jüngsten imperialistischen Kriege neu Politisierte. Wir haben u.a. türkische, kurdische und arabische Teilnehmer/innen sowie Genossen mit polnischen und russischen Wurzeln. Die Teilnehmer/innen kommen aus allen Ecken der Republik: Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Düsseldorf, Duisburg, Essen, aus der Eifel, aus Göttingen, Hannover, Herzberg, Hildesheim, Leun, Kiedrich, Koblenz, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Rodewisch, Rostock, Rüsselsheim, Siegen, Sebnitz, Stuttgart, Wiesbaden und Woltersdorf.

Das Programm war anspruchsvoll, aber zu schaffen, die Aufmerksamkeit und die Disziplin sehr hoch. Man muss sich vergegenwärtigen, dass wir am Sonnabend, nur von zwei kurzen Kaffee- und Zigarettenpausen unterbrochen, sieben Stunden Frontalunterricht gemacht haben mit den Inhalten: Philosophische Grundlagen, Idealismus, Materialismus, dialektischer Materialismus, Basis-Überbau-Modell, kurze Einführung in die Erkenntnistheorie, historischer Materialismus, Gesellschaftsformationen der Menschheit, dann Marx, Kapital, Die Ware, Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Wertschöpfung, Wertformen, Warenfetisch.

Am zweiten Tag, dem Sonntag, war es dann sechs Stunden lang ähnlich dicht: Nach kurzer Wiederholung ging es weiter über das Geld zur einfachen Warenzirkulation, dabei wurde auch der Geldfetisch behandelt, die Anarchie der Produktion und die damit verbundene Krisenmöglichkeit, dann die ursprüngliche Akkumulation und der Kapitalkreislauf inklusive Kauf und Verkauf der Ware Arbeitskraft und Mehrwertproduktion, also Ausbeutung. Ein Ausflug zur Mystifizierung der Oberfläche des Kapitals, zum schönen Schein der Zirkulationssphäre, zur Verschleierung der Ausbeutung durch die Lohnformen und zum Begriff des „notwendig falschen Bewusstseins“ beendete das Seminar. Diskussionen zwischen den Teilnehmern über die thematisierten Inhalte rundeten das Wochenende ab.

Die Rückmeldungen waren ausgesprochen positiv, das überschwängliche Lob war schon fast peinlich.

Das nächste Seminar wird – wieder in Hannover – am 4. und 5. Juni stattfinden. Bis dahin werden die Teilnehmer/innen die ihnen gegebenen Leseaufgaben durcharbeiten, die ihnen mitgegebenen Leitfragen beantworten und uns die Antworten zusenden, damit wir eine angepasste und solide Vorbereitung für das Juni-Seminar durchführen können.

Noch ein persönliches Wort: Die Sache ist natürlich sehr anstrengend, so haben wir allein zwei Tage mit der Sicherstellung der Versorgung verbracht und die Inhalte möchten natürlich auch vorbereitet sein. Im Vorfeld des Fernstudiums erlebten wir nicht nur Positives: die junge Welt hat zwei unserer Anzeigen verhunzt, d.h. Textpassagen aus älteren Anzeigen, die in diesem Zusammenhang recht widersinnig waren, mit abgedruckt, was allerdings keine Absicht der jungen Welt war, aber eben trotzdem ein blöder Fehler (die junge Welt hat uns danach als „Wiedergutmachung“ unentgeltliche Anzeigen angeboten) und die UZ hat eine bezahlte Anzeige für das Fernstudium gedruckt, was uns sehr gefreut hat, der Parteivorstand hat bei seiner auf diese Veröffentlichung folgenden Sitzung aber das Erscheinen unserer Anzeige als einen Fehler bezeichnet (angenommen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung). Manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln. Aber egal, die Anstrengungen und der Ärger lohnen sich auf jeden Fall, ich gehe nach einem solchen Seminar zwar kaputt, aber sehr zufrieden nach Hause – mit dem Gefühl, etwas wirklich Gutes auf den Weg gebracht zu haben.

Zum Schluss noch ein paar Worte des Dankes:

Als erstes schüttele ich Norbert, meinem Mitreferenten und Mitorganisator von der KPD, voller Dank die Hand. Die gemeinsame Vorbereitung im Vorfeld sowie die gemeinsame Durchführung des Seminars verliefen reibungslos und überaus konstruktiv.

Dann gab es viele Genossinnen und Genossen, die uns Literatur für das Fernstudium zugesandt haben, Literatur, die begeisterte Abnehmer fand: ich habe 12 Kartons voller Bücher mitgenommen und zwei wieder mit nach Hause gebracht! Stellvertretend für alle sei hier besonders dem Genossen Ludwig Groeneveld aus Bielefeld gedankt.

Und es gab ebenso viele Genossinnen und Genossen, die dem Spendenaufruf für das Fernstudium gefolgt sind und uns finanziell unterstützt haben. Wir liegen inzwischen bei einem Spendenaufkommen für das Fernstudium von knapp 2.000,- Euro, was sehr gut ist, weil wir Studienmaterialien nachdrucken müssen. Hier sei stellvertretend für alle dem Genossen Kurt Walther aus Leipzig für seine überaus großzügige Spende gedankt.

Ohne diese breite Unterstützung wäre die Durchführung des Fernstudiums sehr, sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Und gleichzeitig ist diese Unterstützung auch eine große Anerkennung für unsere Bildungsarbeit. Es ist schön, dass das Fernstudium solche Wurzeln schlägt. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle!

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