Die Arbeiterklasse ist ein schlafender Riese

Insbesondere in 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sind Theorien populär geworden, es gäbe die Arbeiterklasse nicht mehr. Oder – sie hätte zumindest ihre Rolle als Totengräber der bürgerlichen Gesellschaft verloren. Daß diese Theorien so viel Einfluss gewinnen konnten, hat mit dem relativen Wohlstand der 60er und 70er Jahren zu tun, in den imperialistischen Kernstaaten. In der sogenannten dritten Welt trat der Kapitalismus hingegen ungeschminkt auf. Auch heute behaupten noch die revisionistische und bürgerliche Autoren, die Arbeiterklasse gäbe es nicht mehr und wäre dementsprechend keine potenziell revolutionäre Kraft mehr. Hintergrund ist, dass in einigen Bereichen die Kernschicht des Proletariats geschrumpft ist, in anderen hingegen nicht, und es dort nach wie vor wächst. Diese Theorien verkennen den jetzigen Zustand der Arbeiterklasse mit ihrer historischen Rolle.

Zunächst einmal, wer gehört zur Arbeiterklasse? Es kommt an die Stellung des Menschen in Produktionsprozess an und darauf, dass die Arbeiterklasse im Kapitalismus keine Produktionsmittel besitzt. Dementsprechend ist sowohl eine Krankenschwester, als auch der Arbeitslose oder Fabrikarbeiter ein Arbeiter. Sie alle eint dieselben Klasseninteressen. Der Arbeiter wird von Kapitalisten ausgebeutet, denn die Differenz zwischen den Wert der Arbeitskraft und dem Ergebniss des ihren Gebrauchs, die lebendige Arbeit ist die Quelle des Mehrwerts, den sich der Kapitalist aneignet. Um diesen Mehrwert kommt es zum erbitterten Streit zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie. Je geringer der Anteil der Arbeiter am Erlös ist, umso höher ist die Gewinn des Kapitalisten. Somit entsteht der Gegensatz zwischen Arbeiter und Kapitalisten und zur potenziell revolutionären Klasse. Im Klassenkampf werden sie auch Erfahrung machen, dass der bürgerliche Staat nicht auf ihrer Seite steht. Jedoch, und hier beginnt die Schwierigkeit, ist die Arbeiterklasse von sich nur in der Lage tradeunionistisch zu werden, revolutionäre Ideologie der Marxismus-Leninismus muss ihr erst von außen herangeführt werden. Dafür ist die kommunistische Partei zuständig, in der BRD  die KPD.

Wie ist die Situation der Arbeiterklasse heute? Man kann sagen, dass die goldenen Jahre des Imperialismus lange vorbei sind. Immer klarer werden die Erkenntnisse Lenins, dass Imperialismus ist ein Vorabend der Revolution ist und ein sterbender Kapitalismus.

Woran kann man das festmachen? Als erste wäre die Überproduktionskrisen des Kapitalismus zu nennen. Die Produktionsverhältnisse sind zu eng geworden für die modernen Produktivkräfte. Dann wäre noch zu nennen, dass trotz steigendem gesamtgesellschaftlichen Reichtums die Arbeiterklasse immer ärmer wird. Nicht mehr nur relativ, sondern nach Hartz 4 und ganzen Reformen auch absolut. Der Kapitalismus erweist sich selbst in der reichen BRD als unfähig, großen Teilen der Bevölkerung ein Leben ohne Armut zu sichern, und wer selbst noch nicht arm ist, hat Angst vor Armut. Leiharbeit, Zeitarbeit sind allgegenwärtig. Befristete Arbeitsverhältnisse sorgen für Existenzunsicherheit und erschweren die Familienplanung. Psychische Krankheiten sind auf Vormarsch. Die Ursache ist oft die immense Arbeitsdruck. Immer rücksichtloser sorgt der Kapital für seinen Profit. In den 60er und 70er Jahren und während der ganzen Existenz der sozialistischen Staaten musste Kapitalistenklasse noch gewisse Rücksicht nehmen, gab es doch in DDR und SU die Errungenschaften, von denen die Arbeiter in kapitalistischen Staaten nur träumen konnten. Es bestand die Gefahr, dass die Arbeiterklasse der kapitalistischen Staaten sich ein Vorbild an der Arbeiterklasse in der SU und DDR und anderen sozialistischen Staaten nehmen würde. Diese Errungenschaften waren enorm. Es gab da keine Arbeitslosigkeit, man lebte in Sicherheit und planbar. Niedrige Mieten, kostenlose Gesundheitsfürsorge, Kitaplätze für jedes Kind, Freiheit von imperialistischer und faschistischer Propaganda, Bildung für jeden und jede kostenlos, Kino und Theater, Kultur für jeden bezahlbar. Ohne billige Hetze, keine imperialistischen Kriege, stattdessen Solidarität mit den Unterdrückten weltweit etc. Dies alles beweist, dass die Arbeiterklasse noch heute nichts zu verlieren hat, außer ihren Fesseln. Die Arbeiterklasse kann ohne Kapitalisten leben, jedoch die Kapitalisten nicht ohne Arbeiter. Dafür müssen sich die Arbeiter in KPD organisieren, denn es gibt eine Welt zu gewinnen.

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