Zum Einmarsch der Türkei in Nordsyrien

folgenden Beitrag übernehmen wir von Dagmar Henn via Facebook

„Fortschrittlich?
Erstaunlich, wie reflexhaft viele deutsche Linke jetzt mit dem ‚fortschrittlichen Projekt‘ der Kurden solidarisch sein wollen.
Eine kleine Frage: war es nicht einst Konsens, dass Aneignung fremden Gebietes für linke Bewegungen nicht in Frage kommen? Oder, anders herum, dass eine Bewegung, die fremdes Gebiet in Besitz nimmt, nicht fortschrittlich, sondern reaktionär ist? Und zwar ungeachtet dessen, was an langen Tagen sonst so geäußert wird…
Die meisten Kurden in Syrien sind keine syrischen Kurden, sondern kamen als Flüchtlinge aus dem Irak oder aus der Türkei dorthin. Zum Dank besetzen sie jetzt mit US-amerikanischer Hilfe die syrischen Ölquellen, also die Einkommensquelle, auf die alle Syrer angewiesen sind, wenn sie das Land wieder aufbauen.
Das ist schlicht opportunistische Räuberei. Egal, wie viele ‚fortschrittliche‘ Parolen als Kränzchen darum gewunden werden.
Das ist in etwa so legitim, wie wenn in München lebende Kurden in Haidhausen bewaffnete Milizen auf die Straße schicken und es zu bayrisch-Kurdistan erklären.
Schlimm daran ist nur, dass diese machtgeilen Opportunisten auf die USA vertrauen und eine Lage schaffen, in der die Kurden zum ersten Mal alle Nachbarländer gleichzeitig gegen sich haben. Diese Mischung aus Gier und Idiotie könnte noch in einem Völkermord enden.“

Zum Hintergrund zu YPG und Rojava verweisen wir auf den schon im September 2017 veröffentlichten Artikel „Die Anarchisten-Brigade der Nato“ von Voltairenet.

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