Verteidigungsminister der DDR a.D. Heinz Keßler verstorben

Armeegeneral Heinz Keßler

*26.01.1920; ✝02.05.2017

Klar, seine sonore Stimme,
Von unbeugsamem Geist
Wie Donnerhall
Und doch so wärmend
Für des Freundes Ohr.

Weitschauend bis zum letzten Augenblick.
Die Zigarette in der Hand,
Der Funken
Gleichsam aus dem Herzen
In Einheit stets mit dem Verstand.

Soldat des Volkes,
Von der Pieke auf
Ein Revolutionär der Unvergänglichkeit –
Lebt in Gewißheit fort
Als Sieger der Geschichte.

E.Rasmus

Am 02. Mai 2017 ist unser Genosse Armeegeneral der NVA a.D. Heinz Keßler verstorben.
Gen. Heinz Keßler wurde am 26. Januar als Sohn einer kommunistischen Arbeiterfamilie in Lauban geboren. Der ehemalige Maschinenschlosser war Kommunist, Soldat und Abgeordneter der Volkskammer der DDR, Mitglied des Ministerrates und hatte hier die Funktion des Ministers für Nationale Verteidigung inne. Er gehörte dem SED-Zentralkomitee an und war Mitglied des Politbüros und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.
Am 15. November 1940 erhielt Keßler die Einberufung in die deutsche Wehrmacht, und lief am 15. Juli 1941 zur Roten Armee über. In der Kriegsgefangenschaft gehörte er zu den Mitbegründern des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD). Dort engagierte er sich als einer der wichtigsten Jugendfunktionäre sowie als Frontbeauftragter. In dieser Funktion rief er deutsche Soldaten auf den Krieg zu beenden und zur Roten Armee überzulaufen.
Im Mai 1945 kehrte er als Angehöriger der Roten Armee in das befreite Berlin zurück. Zu dieser Zeit war er Mitglied des Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses und gehörte 1946 mit zu den Gründungsmitgliedern der Freien Deutschen Jugend. 1946 trat er der KPD bei, und nahm am Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur SED teil. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED. Und war von 1948 bis 1950 Sekretär des Zentralrats der FDJ.
Seit 1950 war Genosse Keßler in verschiedensten leitenden Dienststellungen der bewaffneten Organe der DDR tätig, und besuchte 1955 bis 1956 die Generalstabsakademie der UdSSR „Kliment Woroschilow“ in Moskau.
Mit der Gründung der NVA am 1. März 1956 wurde Genosse Keßler zum Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung berufen. Von März 1967 an bis 1978 war er Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes im Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR.
Als Generaloberst war Genosse Keßler Mitglied des Militärrates des Vereinten Oberkommandos des Warschauer Vertrages und wurde der Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der Politischen Hauptverwaltung. Am 3. Dezember 1985, nach dem Tod des Verteidigungsministers Heinz Hoffmann wurde er Verteidigungsminister. Von dieser Funktion trat er am 17. November 1989 zurück.
Genosse Keßler erhielt im Laufe seiner Karriere eine Reihe von Orden und staatlichen Auszeichnungen sozialistischer Staaten, darunter den vaterländischen Verdienstorden in Gold (1965) und die Ehrenspange zu diesem, den Scharnhorst-Orden (1969 und zwei weitere Male), den Orden der Oktoberrevolution (1976) und den Karl-Marx-Orden (1979).
Wegen seiner geradlinigen Haltung als Kommunist wurde er im Januar 1990 aus der PDS ausgeschlossen.
Die BRD Klassenjustiz verhaftete ihn und verurteilte ihn am 16. September 1993 zu einer siebeneinhalb jährigen Haftstrafe wegen Anstiftung zum Totschlag. Auch nach der Haft blieb er sich als Kommunist treu und verteidigte die DDR als das was sie war, das beste was die deutsche Arbeiterklasse geschaffen hat.
Als unbeugsamer Kommunist und General des Volkes wird uns der Armeegeneral Heinz Keßler stets unvergessen bleiben und Vorbild sein.

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Die KPD NRW bekundet der Familie des Genossen Keßler ihr Beileid und legt den Leserinnen und Lesern die Lektüre des kürzlich in der Offen-siv erschienen Buches 

Briefe aus dem Gefängnis

nahe.
Die Briefe des Genossen Heinz Keßler an den Genossen Dieter Itzerott von 1992 bis 1999, Auszüge aus seinen Reden vor Gericht. Vorwort: Dieter Itzerott.

Ein unvergleichliches Zeitdokument, das die unbeugsame Standhaftigkeit von Kommunisten auch in Zeiten der tiefsten Niederlage zeigt.
Erscheinungsdatum: Dezember 2016, ca. 140 Seiten, Ladenpreis: 14,00 Euro.

Hrsg.:

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