Die Linksjugend „[‘solid]“ auf totalitären Abwegen…

Wie die Linksjugend vor kurzem verlautbarte wolle sie sich in Zukunft von „stalinistischen und maoistischen Gruppen“ distanzieren und hat daher einen Unvereinbarkeitsbeschluss in ihre Statuten aufgenommen. Man wolle sich von „autoritären Sozialismusvorstellungen“ distanzieren und stehe stattdessen für u. a. für Pluralismus und Antisexismus. Was Stalin und Mao mit Sexismus zu tun haben sollen bleibt dabei das Geheimnis von „[‚solid]“, haben sie doch durch ihr Wirken erst die Befreiung der Frau in der UdSSR bzw. China ermöglicht.

Und was ein selbsternannter sozialistischer Jugendverband mit „Pluralismus“, also der Existenz mehrerer bürgerlicher Parteien, am Hut hat ist ebenso wenig ergründbar. Was soll also dieser Beschluss? Gab es etwa tatsächlich in einer nennenswerten Größenordnung Mitglieder dieser Truppe, die sich mit Mao und Stalin beschäftigt haben und dabei entdeckten, dass ihr Wirken nichts mit der in hiesigen Schulbüchern verbreiteten bürgerlichen Legendenbildung hat? Das würde einem ja glatt überraschen! Doch es wird in der Erklärung zum Unvereinbarkeitsbeschluss auch darauf hingewiesen warum man nun so handelt. Da sich mit den Gruppen „Jugendwiderstand“ und „Revolutionärer Aufbruch“ vermeintliche Politzombies auf die Bühne getraut hätten, welche falschen Ideen anhingen und so Anschauungen verträten die zur Verfolgung von ethnischen Minderheiten, allgemein unmenschlichen Bedingungen, einem Ende der progressiven Momente der Oktoberrevolution und zu außenpolitischer Isolation geführt hätten. Welch Frevel! Dass die UdSSR als auch die VR China berechtigte Sicherheitsinteressen hatten und entsprechende Maßnahmen trafen ist für die Linksjugend also verwerflich! Welche Hintergründe diese Sicherheitsinteressen und Maßnahmen hatten ist der Linksjugend möglicherweise gar nicht bekannt, denn sie begibt sich mit dieser Argumentation auf das Niveau der Totalitarismusdoktrin herab, welche besagt das Rot gleich Braun sei, da sie die Herrschaft der Kapitalisten beseitigen wollen. Im Rahmen dieser Doktrin gibt es keinen Klassenkampf, keine Notwendigkeit der Verteidigung bürgerlich-demokratischer Grundrechte auch durch Kommunisten im Angesicht einer faschistischen Machtübernahme und dergleichen mehr. Diese Theorie kennt nur schwarz oder weiß und kennt vor allem schon vor Beginn jedweder Forschung das Ergebnis selbiger. Und auf diesen billigen Trick der bürgerlichen Propaganda fällt die Linksjugend nun also hinein und macht ihn sogar noch zur Leitschnur ihrer politischen Konzeption – welch ein Armutszeugnis! Eine bessere Idee wäre es gewesen das sozialistische Attribut aus der Selbstbeschreibung dieser Truppe herauszunehmen und damit aller Welt zu zeigen, dass man endgültig in bürgerlichen Gewässern angekommen ist. Für jeden am Wirken Stalins und Maos Interessierten ist dieser Beschluss eine Lachnummer.

Wir als in der KPD organisierte Kommunisten bleiben dabei, dass unter der Führung des Genossen Stalin die UdSSR sich so entwickelte, dass sie innerhalb weniger Jahre von einem rückständigem und agrarisch geprägten Feudalstaat zu einer Weltmacht wurde. In der Zeit Stalins als Generalsekretär des ZK der KPdSU schuf man die Grundlagen für die weitere Ausgestaltung des ersten sozialistischen Staates, man führte Industrialisierung und Kollektivierung durch und widerstand gleichzeitig der äußeren Blockade und vielfältigen Aggressionen welche im Krieg gegen die UdSSR im Zweiten Weltkrieg mündeten. Bei Mao mag es etwas anders sein, da dieser schließlich einen gegen die UdSSR gerichteten Kurs einschlug , dennoch gibt es deshalb keine Gründe, als ein der sozialistischen Revolution verpflichteter Jugendverband ein wie auch immer geartetes Interesse an seinem Wirken zu verurteilen. Die Linksjugend zeigt damit wo sie steht – tief im Sumpf bürgerlicher Träumereien.

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